Sag dir selbst, wer du bist! Werde alle Ablenkungen und alles, was du nicht bist, los.
1. Die grundlegende(n) Frage(n)
1. Wer bist du? 2. Was tust du? 3. Was hast du? Diese grundlegenden Fragen sind wichtig. Sie definieren dich, und du solltest in der Lage sein, sie sofort beantworten zu können, ohne groß nachzudenken. Heutzutage scheint es, als würden sich die meisten Menschen diese Fragen weder stellen, noch sie richtig für sich selbst beantworten können. Sie befassen sich höchstens mit der 3. Frage, was sie haben wollen. Sie beantworten diese Frage nicht einmal damit, was sie dafür tun müssen, sondern vielmehr damit, was sie bereit sind dafür zu tun oder von wem sie das bekommen können, was sie haben wollen. Und das ist dann schon alles. Wer sie sind oder sein wollen, bleibt unbeantwortet. Vereinfacht könnte man sagen: Du möchtest Geld haben, deshalb gehst du arbeiten. Hast du dann genug Geld, musst du ja glücklich sein, oder? Toll! Der Sinn des Lebens ist damit erklärt. Es klingt total irreführend. Und das ist es auch. Die wichtigste Frage fehlt! Nämlich die Frage, wer du bist, was deine Ziele sind, warum diese Ziele deine Ziele sind und wie du sie erreichen möchtest. Es geht um dich und um tiefere Werte. Geld gibt dir Stabilität und eröffnet dir Möglichkeiten, aber es prägt nicht, wer du bist – und über den Punkt von Stabilität und Möglichkeiten hinaus macht es auch nicht glücklicher.
Ich finde, die beste Reihenfolge, sich diesen Fragen zu stellen, ist, mit der Frage „Wer bist du? Wer willst du sein?“ zu beginnen. Denn wenn du das entschieden hast, kommen „Was tust du? Was musst du tun?“ und „Was hast du? Was brauchst du?“ von ganz alleine. Hier ein Beispiel, wie es sein sollte: Du bist Gitarrist. Um Gitarrist zu sein, musst du Gitarre spielen. Und um Gitarre spielen zu können, brauchst du eine Gitarre.
Einfach, oder? Das Geheimnis liegt in der Überzeugung, mit der man etwas tut. Hier das gleiche Beispiel, etwas detaillierter: Zuerst, ausgehend von der Frage „Was hast du?“: Im Raum steht eine Gitarre, sodass du spielen kannst, wenn du möchtest.
Nicht sehr ergreifend … Es ist eine Wahl, die einem offensteht, aber der Drang fehlt. Jetzt, nach der Frage „Wer bist du?“: Es steht eine Gitarre im Raum und um der sein zu können, der du tief im Inneren bist – um ein Gitarrist zu sein –, musst du nur nach ihr greifen und spielen.
Es klingt, als sei es nur ein kleiner Schritt, um der zu sein, der man wirklich ist, oder? Welches Beispiel zeigt dir eine kleinere Hürde, damit du letztendlich Gitarre spielst? Reicht es aus, eine Gitarre einfach nur zu besitzen? Der Unterschied in der Perspektive, wenn man sich zuerst fragt, wer man ist, wirkt sich stark auf die eigene Motivation aus.
2. Motivation
Leider hat das Wort „Arbeit” eine negative Konnotation. Es klingt belastend und abstoßend, dabei ist es nur ein anderes Wort für „tun“. Kennst du folgenden Satz: „Tue etwas, das du liebst, dann fühlt es sich nicht mehr nach Arbeit an”? Hier ist meiner, mit einem gewissen Dreh: „Du kannst nur du selbst sein, wenn du tust, was du liebst“. Das lässt mich eher akzeptieren, dass die Arbeit ein Teil von mir ist, aber auch, dass die Arbeit mich ein Leben lang begleitet. Meine Arbeit definiert mich. Ich bin, was ich tue. Ich bin nur jemand, wenn ich etwas tue. Arbeit ist also keine schlechte Sache, sondern eine persönliche. Und wenn man diese Interpretation in seinen Alltag einfließen lässt, wird sich die schlechte Konnotation auf unerwartete Weise positiv verändern.
Hier sind persönliche Beispiele: Ich bin ein Designer. Ich produziere Designs und Kunst. Ich sehe Dinge mit anderen Augen. Ich habe gelernt, überall Inspirationen zu sehen. Ich kann nicht einmal einen Film sehen, ohne Grafiken, Szenen, Zitate zu analysieren … aber das ist in Ordnung. Ich lerne daraus und ich lerne von anderen Designern. Es ist meine Verpflichtung, mehr über Künste und damit mehr über mich selbst zu lernen. Mich meiner wahren Natur verpflichtet zu fühlen, ist ein viel besserer Motivator als Geld. Und die Wahrheit ist, wenn ich an meiner wahren Natur festhalte, kommt das Geld auch von ganz alleine. Langsam, aber stetig. Ich arbeite an mir selbst, meinen Fähigkeiten und bilde mich neben meinem Vollzeitjob weiter. Wenn mir Leute sagen, dass ich zu viel arbeite, nehme ich das als Kompliment. Es erinnert mich daran, dass ich immer noch auf dem richtigen Weg bin, dass ich meinen Traum lebe und dass ich ich selbst bin.
3. In der Praxis
Ich möchte die zweite Frage genauer betrachten. Was tust du? Als freiberuflicher Designer ist man gleichzeitig auch ein Buchhalter, ein IT-Dienstleister, ein Verkäufer und vieles mehr als Teil des Berufes. Alles auf einmal. Man ist nicht 100% man selbst. Die Verpflichtung eines Designers is es, Designer zu sein. Der Traumjob sollte kein Nebenjob sein. Auch nicht, wenn man selbstständig ist. Wenn man die eigene Energie von dem, was man ist, auf das verlagert, was man nicht ist, spürt man sofort, wie einen die Energie verlässt. Kennst du das Gefühl, wenn du an etwas arbeitest, während du dieses Buchhalter-Ding im Kopf hast? Du kannst dich nicht darauf konzentrieren, was dich wirklich interessiert und was dich zu dem macht, wer du sein willst. Um das weiter zu demonstrieren, rechnen wir das mal durch:
Wer man ist und was man dafür tun muss – wer man nicht ist und was man trotzdem erledigt = Der Effizienz-Faktor
Wenn man zu 52% an dem arbeitet, was das wahre Ich repräsentiert, und zu 48% an etwas anderem arbeitet, dann ist das Ergebnis 4%. Die restlichen 96% bedeuten Konflikt.
Nimm dir eine Minute und denke an deinen heutigen Tag. Wie viele Stunden hast du an etwas gearbeitet, das dich erfüllt? Wie viele Stunden hast du für Ablenkungen verschwendet? Nicht sehr zufriedenstellend? Wir leben in einer vernetzten Welt. Vielleicht ist es eine gute Idee, einige Dinge auszulagern, die einfach nicht „du“ sind. Außerdem: ändere, was du ändern kannst, und akzeptiere, was sich nicht ändern lässt. Der Versuch, etwas oder jemanden zu ändern, der nicht geändert werden kann, verbraucht ebenfalls viel Energie.
Ich arbeite an mir selbst bis ich 100% ich selbst bin.
Dafür sage mir jeden Tag wer ich bin.
Ich bin ein Designer!
Was wäre, wenn du so viel kreierst, wie du konsumierst?
Du bist introvertiert und hast es satt, dass dir ständig jemand sagt, du sollst mehr aus dir herauskommen? Warte einen Moment und lass mich dir dieses kurze, aber ohne Erklärung vielleicht irreführende, Prinzip genauer erklären. Ich würde mich auch als introvertierte Person bezeichnen und mich nicht wohl fühlen, wenn ich das ändere. Und ich möchte dir nicht raten, dich zu ändern. Trotzdem möchte ich über Experimente außerhalb meiner Komfortzone sprechen. Etwas Neues auszuprobieren ist sehr konstruktiv und sagt mir mehr über mich, als wenn ich mich nur in meiner Komfortzone bewege. Welche Experimente für dich am besten funktionieren, musst du selbst entscheiden. Sie müssen nicht radikal sein. Ich möchte dir ein paar Ideen für ein sehr „mildes“ Vorgehen geben. Im Folgenden setze ich introvertiert sein mit Konsumieren und extrovertiert sein mit Produzieren in eine Beziehung, um aufzuzeigen, warum uns „Die Komfortzone namens Konsum“ oft davon abhält, selbst aktiv zu werden.
1. Die Komfortzone namens Konsum
„Lebe extrovertiert” hat für mich zwei Bedeutungen. Einerseits ist es eine Erinnerung daran, meine Komfortzone herauszufordern und mehr aus mir heraus zu kommen, andererseits steckt das Gleichgewicht zwischen Output und Input dahinter, nämlich “mehr Output als Input”. Ich bin Künstler und daher bestrebt, von all den verschiedenen Künsten in der Welt zu lernen und mich inspirieren zu lassen. Filme, Musik, Rezepte, Fotos, Bilder … Ich liebe es, alles zu konsumieren, aber es ist so leicht, sich im Konsum zu verlieren. Konsum ist eine Komfortzone. Ich habe einen Punkt erreicht, an dem ich mich so inspiriert und voller Ideen fühle, dass ich nicht noch mehr aufnehmen kann. Mein Gedanke: Siehst du täglich zwei Stunden Netflix oder einen Film (nach der Arbeit)? Nun, du hast wahrscheinlich genug Filme gesehen und bist alt genug, um deine eigenen zu drehen. Was? Es ist viel Arbeit und du hast sowieso keine Zeit? Hier die Überraschung: Wenn du aufhörst, Filme zu schauen, hast du zwei Stunden am Tag gewonnen und dein Smartphone hat eine kamera. Damit hast du alles, was du brauchst. Sei ein Regisseur. Beginn mit dem Filmen und erstelle Content. Oder liebst du Comics? Nimm dir einen Stift und Papier und mache deinen eigenen. Du hast alles was du brauchst. Tritt aus der Komfortzone Konsum heraus und erschaffe selber etwas.
In Prinzip #1 habe ich erklärt, dass das, was du tust, definiert, wer du bist. Wenn du gerne Binge-Watching betreibst, bist du ein Binge-Watcher. Wenn es ganz allein um das Konsumieren von Serien oder Filmen geht, ohne es zu analysieren oder es als Referenz zu verwenden, ist es Prokrastination. Wenn du etwas Kreatives tun möchtest, musst du „tun“. Binge-Watching allein ist etwas, das ich nicht tun möchte, weil ich nichts Produktives für mich oder etwas Wertvolles für andere darin sehe. Allerdings leben wir in einer verrückten Welt. Wenn du rund um die Uhr binge-watchen möchtest, solltest du einen Weg finden, davon zu leben. Ich denke an „Let‘s play“ Videos, die ziemlich beliebt sind, und Live-Streams von Leuten, die Spiele spielen. Ich hätte es mir nie träumen lassen, dass Videospiele spielen etwas ist, womit man sich seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Für mich ist das ein erfolgreiches Experiment. Der Erfolg liegt jedoch im Tun. In diesem Fall, das öffentliche Spielen und Teilen der eigenen Meinung. Für einen Introvertierten mag dies schwierig sein, aber es ist nur eine von vielen Möglichkeiten, seiner Leidenschaft zu 100% nachzugehen. Und seiner Leidenschaft nachzugehen ist das Wichtigste.
2. Kommunikation vs. Konsum
Die Art und Weise, wie wir mit der Welt interagieren ist Kommunikation. Auch Konsum ist eine Art von Kommunikation. Konsumieren = Input = Zuhören; Produzieren = Output = Aussagen. Kommunikation ist ein Schlüsselelement und deshalb können wir das vorherige „mehr Output als Input“-Statement auf ein Gespräch und andere Interaktionen übertragen.
Wenn du mit jemandem sprichst und du keine Chance bekommst, selbst etwas zu sagen oder überhaupt zu atmen, weil du ständig unterbrochen wirst, wie fühlst du dich dann? Oder wenn du Worte von anderen konsumierst und dich nicht mit eigenen Worten und Gedanken an diesem „Austausch“ beteiligen kannst? Ich würde mich frustriert fühlen und wahrscheinlich nach einer Weile explodieren. Ich glaube, dass das niemandem gefällt. Aber wenn ich mir die sozialen Medien und unsere Konsumgewohnheiten anschaue, entscheiden wir uns, an der Seitenlinie zu stehen und zuzusehen. Ziemlich häufig. Ganz freiwillig. Teilzunehmen ohne etwas beizutragen ist eine neue Art von Komfortzone. Wie merkwürdig. Wo ist jetzt die erwartete Frustration? Sie ist mit Faszination und einfachen Belohnungen überlagert. Man bemerkt die Frustration nicht, aber sie geht immer noch mit dem einseitigen Konsum einher. Anders als man denkt, aber sie ist da.
Vergleichst du dich mit anderen Künstlern und fühlst dich schlecht, weil sie aus deiner Sicht so unglaublich gut sind und du nicht? Du hast stundenlang an einem Werk gearbeitet und denkst, es sei nicht gut genug? Du weißt nicht, was du tun sollst, weil du dich von der unbegrenzten Anzahl an Möglichkeiten überwältigt fühlst? Fühlst du dich wackelig und machst dir Sorgen um deine geistige Gesundheit? Du fühlst dich nicht nur unwohl, sondern hast auch Angst, deine Arbeit öffentlich zu teilen, weil du nicht weißt, ob deine Arbeit in die Öffentlichkeit passt oder ob du in die Öffentlichkeit passt? Das alles sind Nebeneffekte dieser versteckten Frustration. Sie frisst sich unbemerkt in dich hinein, beeinflusst und paralysiert dich. Selbstzweifel, Identitätsprobleme, Hinterherlaufen von falschen Idealen, Unsicherheit, Antriebslosigkeit und vieles mehr sind die Folge.
Nicht aktiv an einem Gespräch teilzunehmen oder nur zu konsumieren bedeutet, sich selber an die Seitenlinie zu stellen und nur zu beobachten. In Wahrheit ist das völlig in Ordnung - je nach Ausmaß. Aber einem Gespräch kannst du nie ausweichen: das Gespräch mit dir selbst. Was bringt es dir, Gespräche nicht aktiv mitzugestalten? Was bringt dir eine einseitige Kommunikation? Spätestens wenn es um deine tiefsten Bedürfnisse geht, wirst du dich dir gegenüber mitteilen müssen.
Was bringt dir die Seitenlinie? Du bist in der perfekten Position, um deinen eigenen Weg zu gehen. Du brauchst kein schnelles Auto und musst nicht wie alle anderen auf der Autobahn mit voller Geschwindigkeit auf der Überholspur fahren. Für dich reicht die Seitenlinie. Solange du das als Chance begreifst und dich in deinem Tempo fortbewegst, solange du vorwärtsgehst, ist alles in Ordnung. Wenn du die Nebeneffekte der versteckten Frustration - wie Unsicherheit - auf diesem Weg überwindest, ist alles in Ordnung. Du musst nicht wie andere Menschen sein oder dich wie andere verhalten. Du musst nicht einmal mit ihnen sprechen, sie ansehen, ihnen zuhören oder ihnen folgen. Für dich und deine Entwicklung brauchst du sie überhaupt nicht und du brauchst nicht noch mehr Input von ihnen. Es geht um dich. Du musst mit dir selber reden, dir selber zuhören und deinem Weg weiter folgen.
3. Produktivität
Wir wissen, dass Konsum eine Art von Kommunikation ist und zwar auf der Seite des Inputs. Wir wissen auch, dass wir eine Menge auf diese Weise konsumieren. Diese einseitige Kommunikation kann krank und unglücklich machen. Und weil ein gutes Gespräch eine Balance von reden und zuhören braucht, widme ich mich im Folgenden dem Output.
„Lebe extrovertiert“ stellt mich, meine Produktivität und meine kreative Lösungsfindung in Frage. Das Wesentliche dahinter: Was wäre, wenn ich so viel produziere, wie ich konsumiere? Ich versuche, meinen Konsum mit meiner Produktivität in Einklang zu bringen, und diese Frage hilft mir. Ich möchte wissen, was ich tue. Ich möchte wissen, warum ich das tue, was ich tue. Konsum dient dazu, Input, Ideen und Perspektiven zu gewinnen. Produzieren dient dazu, diesen Input zu verarbeiten, Denkweisen herauszufordern, sich selbst zu entwickeln und eigene Botschaften und Ansichten auf die Dinge zu formulieren – in erster Linie für sich selbst und dann, wenn man mag, für andere.
Stell dir vor, du wärst alleine in einer Wüste mit Leinwänden und Farbe. Stell dir vor, diese Wüste ist dein Leben. Niemand hat die Vorstellungskraft, Farbe auf die Art und Weise in die Wüste zu bringen und sie somit bunt einzufärben, wie du es dir vorstellst. Niemand wird kommen, um dein Leben bunt zu färben. Das ist dein Job. Ganz allein deiner. Es ist deine Aufgabe, deinem Leben Farbe zu verleihen. Wie möchtest du dein Leben bunt färben? Was wird dein erstes Gemälde sein? Diese Fragen musst du dir selber beantworten. Die Kommunikation mit dir selbst führt dazu, dass du dich selber besser verstehst. Zu verstehen wer du bist … nun, das kann dir keiner abnehmen. Du musst verstehen, wer du bist. Wenn du soweit bist, dann „mach“ es und bring es auf eine Leinwand in deiner Wüste. Alles andere, dein ganzer Input, ist nichts als eine Ablenkung.
Von Künstler zu Künstler: Das Sammeln von Inspirationen bringt dich nicht dahin, dass du selber etwas machst. Bei all den tollen Werken und Künstlern um uns herum, mit denen wir uns vergleichen, hilft uns das Selbermachen, das Produzieren, dabei unsere Realität nicht zu verlieren und unsere Verbindung zu uns selbst zu stärken. Das Produzieren hält uns gesund und die Frustration fern. Produzieren hilft beim Abschalten. Es ist ein Zyklus. Wenn man den Input ausschaltet, produziert man mehr. Je mehr man produziert, desto einfacher ist das Abschalten, desto weniger konsumiert man. Der umgekehrte Weg ist ein Teufelskreis. Zu viel Input tut weh. Produzieren ist wichtig. Wie in einem Gespräch, musst du deinen Gesprächspartner auch mal zum Schweigen bringen, damit du zu Wort kommen kannst.
Und schließlich musst du nicht einmal mit anderen kommunizieren. Die Kommunikation mit sich selbst ist viel wichtiger. Deine eigene Wüste bunt zu malen ist das Wichtigste. Aber es wäre eine Schande, wenn du das, was du erschaffst, eines Tages mit in dein Grab nimmst. Es wäre schade, wenn du niemandem zeigst, wie unglaublich bunt deine Wüste ist. Was du tust, was du erschaffst, ist wertvoll. Du bist wertvoll. Es ist wichtig, dich mit der Welt zu teilen, weil du für die Welt wichtig bist. Du bringst Farbe mit in diese Welt.
Wenn die Welt dir zu viel ist, dann schaue dich doch erst in deiner Komfortzone um und teile dich z.B. deinen Freunden oder deiner Familie mit. Teile dich als Experiment zuerst einer Person mit. Eines Tages vielleicht einer Fremden. Ein Fremder nach dem anderen. Wähle deinen Weg und gehe ihn mit deiner Geschwindigkeit. Vielleicht treffen wir uns eines Tages an einer Kreuzung. Ich könnte einer dieser Fremden für dein Experiment sein, schreib mir einfach eine Nachricht.
Ich produziere und meine Arbeit ist meine Komfortzone. Mit kleinen Experimenten wird sie von Tag zu Tag größer und ich fühle mich immer wohler damit sie zu teilen.
Ich lebe extrovertiert.
Mache nicht nur das Wenigste vom Nötigen, um den maximalen Gewinn zu erhalten.
1. Selbstbewusstsein in Zeit und Perfektion
Dieses Prinzip ist eine Erinnerung für mich „warum“ ich etwas tue, denn es gibt eine Menge, die einen vom eigentlichen Grund ablenken kann. Nehmen wir zum Beispiel mal den Faktor Zeit: Wenn ich mich dazu entschließe meine Zeit in ein Projekt zu stecken, dann habe ich bereits eine Idee im Kopf und mir Gedanken über alles gemacht. Warum also soll ich dann so schnell wie möglich das Projekt abschließen und womöglich die Hälfte aller Ideen über Bord werfen? Warum der schnelle und nicht der richtige Weg? Wenn schnell fertig werden und gleichzeitig gute Ideen verschwenden mein Ziel wären, wäre es doch am effektivsten gar nicht erst anzufangen. Warum überhaupt etwas machen, wenn man gar nicht dazu bereit ist alles zu geben? Alles zu geben und darin aufzugehen, was man tut, ist es, was mich zu dem macht, der ich bin. Der Faktor Zeit spielt also eine untergeordnete Rolle. Wenn ich an etwas arbeite, was mir Spaß macht, gleitet mir die Zeit durch die Finger. Es ist manchmal ärgerlich, aber für ein gutes Ergebnis muss ich das akzeptieren.
Betrachten wir nun den zweiten Faktor Qualität, zeigt sich dieses Prinzip als zweischneidiges Schwert zwischen Zeit und Perfektionismus. Es ist nicht beabsichtigt, aber „Alles zu geben“ birgt für mich die Gefahr, zu perfektionistisch zu sein. Einerseits ist es gut, weil ich einen hohen Standard abliefern möchte und somit Qualität hoch gewichte. Andererseits bin ich auch dazu verführt, für unwichtige Dinge alles zu geben und dabei viel zu viel Zeit zu verschwenden. Außerdem steigere ich mich zu gerne zu tief in Ideen rein. Ich fange an, Dinge zu micro-managen, was dazu führt, dass ich zu viel Zeit damit verschwende, darüber nachzudenken, anstatt etwas zu tun. Es ist manchmal schwer, eine Balance zwischen einem perfekten Ergebnis und einem Ergebnis mit ganz bewusst akzeptierten Mängeln zu finden. Fehler zu machen ist ok. Denn was ist überhaupt ein Fehler – und für wen? Ob etwas ein Fehler ist oder nicht, ist schließlich subjektiv. Bei kreativen Arbeiten gehören Fehler und Unstimmigkeiten zum gesamten Entstehungsprozess. Manchmal bilden sie sogar das ganze Kunstwerk.
Warum tue ich also das, was ich tue? Ich bin ein Designer! Das ist, was ich bin. Ich habe Ideen und ich will, dass diese Realität werden. Für mich liegt mehr in meiner Arbeit als einfach nur Geld. Erfahrung, Wiederholung, Verbesserung, Beziehung, innerer Konflikt und damit einhergehend Selbstsicherheit und -bewusstsein, Beobachtung, Interaktion, Herausforderung, Disziplin und so vieles mehr. Ich würde das alles vermissen, wenn mir das Endergebnis meiner Arbeit egal wäre oder wenn ich die Aufgaben vor mir so schnell wie möglich abhaken wollen würde. Was wäre dann mit mir? Würde ich mich mit und durch meine Arbeit besser kennenlernen oder mich weiterentwickeln? Ich denke nicht.
Mini-Exkurs: Im Arbeitsalltag begegnen mir ständig Entscheidungen, die sich im Rahmen des sogenannten Magischen Dreiecks bewegen. Das Magische Dreieck zeichnet ein Verhältnis zwischen den drei Faktoren Zeit, Qualität und Geld. Für ein Projekt muss man sich entscheiden, welche Faktoren man mehr oder weniger bevorzugen möchte, denn alle Faktoren gleich hoch zu gewichten geht nicht. Visuell betrachtet: In jedem Winkel steht ein Faktor. Zeichnet man einen Punkt, der ein Projekt repräsentiert, in das Dreieck ein, z.B. nah am Faktor Qualität, bedeutet das, dass für dieses Ergebnis mehr Zeit und Geld investiert werden muss. Möchte man lieber schnell und günstig sein, muss man Abstriche bei der Qualität machen. Wo also, würde ich meinen Punkt im Magischen Dreieck setzen - für meine kreativen Projekte, aber auch für andere Bereiche im Leben? Ich versuche eine gute Balance zwischen den drei Faktoren zu finden und mich in der Mitte des Magischen Dreiecks zu platzieren, aber tendiere immer etwas mehr Richtung Qualität und nehme dafür mehr Zeit und Kosten in Kauf. Es ist eine Entscheidung aus Überzeugung, dass ich selber auf diese Weise mehr wachsen kann, ein Leben lang, und bescheidene Erwartungen an mein Tun richten muss.
2. Erfolgs-Mentalität: Mache mehr als das Nötigste (aus Überzeugung) für einen fairen Gewinn.
Wo führt nun diese Einstellung zu Zeit, Qualität und Geld hin? Wie wird man erfolgreich oder sogar reich? Ist man überhaupt erfolgreich, wenn man reich ist? Für den dritten Faktor schauen wir auf diejenigen, die viel davon haben, und was man von ihnen lernen kann. Dass Erfolg nur auf Glück oder Ausbeutung in irgendeiner Weise aufgebaut werden kann, scheint – vor allem in den sozialen Medien – eine zunehmend akzeptierte Vorstellung zu sein. Ich sehe das, wenn ich mir Beiträge anschaue, in denen das Vermögen erfolgreicher Menschen dargestellt wird und diese Menschen (spätestens in den Kommentaren) als böse, verbrecherisch oder gierig bezeichnet werden. Hier fällt auch auf, dass Erfolg und Reichtum in einer ineinander verflochtenen Beziehung zu stehen scheinen. Irgendwie asymmetrisch, stark subjektiv und sie bilden beide eine große Fläche für Kritik.
Ich bin bei pauschalen Aussagen besonders skeptisch und weiß, dass es immer mehr zu wissen gibt und dass es vor allem viele Perspektiven gibt, die man betrachten sollte. Wenn ich mir also die Lebensgeschichten von erfolgreichen Menschen anschaue, sehe ich vor allem viel harte Arbeit, riskante, aber schlaue Entscheidungen und eine Menge Niederlagen auf dem Weg zum Erfolg. Erfolgreiche Menschen nehmen keine Abkürzungen und arbeiten nicht nur fürs große Geld. Überraschenderweise hat kaum einer das Ziel, reich zu werden. Wo Social Media nur eine große Zahl an Vermögen sieht und anfängt zu schreien, sehe ich Menschen, die für ihren Glauben, für Freude und tiefe Neugier arbeiten. Sie geben 100 % ihrer Zeit und Energie für das, woran sie glauben. Oh, und als Nebenprodukt schaffen sie es Unternehmen zu gründen mit Tausenden von Mitarbeitern, die sich von der Vision anstecken lassen und sich durch ihre Arbeit ein sicheres und gutes Leben ermöglichen können. Erstaunlich. Reichtum – in Form von Geld – ist ein weiteres Nebenprodukt, aber doch nur ein Werkzeug: ein Mittel zum Zweck, um die eigenen Ziele zu erreichen. Leben erfolgreiche Menschen also nach einem Minimalprinzip – tue nichts und kriege das meiste raus? Offensichtlich nicht. Packen wir das Geld mal beiseite (darauf gehe ich in späteren Prinzipien noch genauer ein) und schauen wir auf die „Dos“ und „Don’ts“ erfolgreicher Menschen. Was kann man von ihnen lernen? Zur Erinnerung an Prinzip #1 und #2: Es sollte nicht darum gehen, was erfolgreiche Menschen haben, sondern wer sie sind und was sie tun (Output).
Sie arbeiten nicht 40 Stunden pro Woche, nur um endlich den Stift fallen zu lassen. Die meisten arbeiten doppelt so viel oder mehr – bis zu einem Punkt, an dem es sich für sie nicht mehr wie Arbeit anfühlt. Ihre Arbeit ist ein Teil von ihnen geworden. Ich habe das Gefühl, sie haben eine Art Bestimmung gefunden, nach der sie leben. Nicht die Belohnung bestimmt den Einsatz, sondern die Überzeugung, dass es sich lohnt mehr zu geben, als nötig wäre. Dadurch wird jeder Handgriff zu etwas, was sich lohnt, und fördert einen starken inneren Antrieb. Stell dir vor, du wachst morgens mit dem Gedanken auf: „Endlich wach! Ich kann es kaum erwarten, zur Gitarre zu greifen und zu spielen.“ Und du springst aus dem Bett. Ein Kuss, dein Lieblingsessen, eine Massage – was auch immer sich gut anfühlt, alles in einem – und du vermisst es jedes Mal, wenn du es nicht tust. So sollte sich Arbeit anfühlen. Diese Denkweise möchte ich mir aneignen. Und du?
3. Zeitmanagement
Werfen wir noch einmal einen Blick auf unsere Zeit – und zwar nach dem Maximalprinzip. Eine Woche hat 168 Stunden. Wenn du acht Stunden pro Tag schläfst und die täglichen Grundbedürfnisse in etwa 1 Stunde pro Tag erledigst, bleiben dir ca. 100 Stunden pro Woche für deinen Traum. 100 Stunden?! Klingt gewaltig! Selbst nach einem 40-Stunden-Job hast du immer noch 60 Stunden Zeit. Wenn du dir jemals mehr Zeit am Ende eines Tages gewünscht hast – das könnte dein Spielraum sein. Das kann man gar nicht genug hervorheben, denn gefühlt bietet uns unser Alltag viel weniger Zeit an, als 60 Stunden pro Woche. Wie wir mit diesen 60 Stunden umgehen, ist unsere Entscheidung. Selbst kleine Dinge, wie eine weitere Folge der Lieblingsserie schauen, ist nicht nur eine Entscheidung für die Serie, sondern auch eine Entscheidung gegen etwas anderes. Wir können nicht alles gleichzeitig machen und müssen mit jeder Entscheidung einen inneren Handel eingehen. Das Wissen, wer man ist, hilft dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen, um Zeit sinnvoll zu nutzen.
Meine Erfahrungen aus dem Bereich Marketing: Unternehmen kämpfen regelrecht um die Aufmerksamkeit von Konsumenten. “Gutes” Marketing kämpft aber nicht nur darum sich von der Konkurrenz abzugrenzen, sondern auch, um sich gegen die Entscheidungen der Konsumenten durchzusetzen. Serien arbeiten z.B. mit “Cliffhangern”, die eine so starke Neugier beim Konsumenten erzeugen, dass der Konsument einen inneren Handel eingeht und sich für die nächste Folge entscheidet und somit gegen andere vielleicht wichtigere Dinge. Obwohl die Entscheidungen von Konsumenten ausschließlich bewusst getroffen werden - niemand wird dazu gezwungen weitere Folgen zu schauen -, so kann man heutzutage eine gewisse Ohnmacht für dieses Bewusstsein beobachten. Im Strom von Reizüberflutungen permanent und blitzschnell Entscheidungen treffen zu können, die einem nicht vom Weg abbringen, ist unglaublich schwer geworden und deshalb eine Fähigkeit, die es sich lohnt zu trainieren. Denn eines ist klar: Auch wenn man sich “verführen” lässt, man ist immer nur selber für seine eigenen Entscheidungen verantwortlich.
Besonders mit Blick auf Zeit, ziehe ich folgende Konsequenzen aus der Erkenntnis: Ich frage mich immer öfter, ob das, was ich gerade tue, mich weiterbringt. Ich verbiete mir Videospiele. Ich liebe sie, aber sie kosten enorm viel Zeit und ich habe genug Input durch Spiele gesammelt, um mein eigenes zu produzieren. Naja, es ist nicht mein Plan, aber ich habe mich dafür entschieden, dass es eine Grenze geben muss und daran halte ich mich. Wie kannst du mehr Zeit sparen? Es gibt kleine Lifehacks, die dir helfen deine Zeit besser zu nutzen. Ich habe mir ein „Rumsteh-Zeichenbuch“ gemacht, damit ich, wann immer ich irgendwo warte, danach greifen und zeichnen kann. Zum Beispiel, wenn ich auf meinen Kaffee warte. Mein Wasserkocher braucht zwei Minuten, um das Wasser zu erhitzen und ich habe diese zwei Minuten, um den Wasserkocher zu zeichnen. Ich kann alles zeichnen, was in der Küche herumsteht oder was ich im Laufe des Tages alles in der Hand habe. Was könnte ich besseres machen, während ich warte? Wie kannst du deine Zeit produktiver gestalten?
Um Qualität und Zeit in Einklang zu kriegen, muss man sich bei breit gefächerten Interessen, leider auf ein paar Wenige reduzieren. Möchte man lieber 100 Themen oder Projekte oberflächlich bearbeiten oder bei 1 bis 2 Themen tief eintauchen? Besonders kreative Menschen haben einen Überfluss an Ideen, die sie am liebsten schnell realisiert sehen wollen. Die Liste an Projekten wächst, aber ohne Fokussierung auf maximal 1-2 Projekte, wird nie ein Projekt abgeschlossen. Jedes Projekt benötigt Zeit. Außerdem kann eine zu große Liste sich irgendwann wie eine To-Do Liste anfühlen, sodass ursprüngliche Herzenssachen sich zu Lasten wandeln. Für mich ist das ein schmerzhaftes Eingeständnis, aber ich weiß, dass sich der Fokus lohnen wird. Worauf willst du dich fokussieren?
Ich lebe nicht nach dem Minimalprinzip.
Du willst dich verbessern, also mache keinen Schritt zurück.
1. Mit steigender Erfahrung einen neuen Standard finden
Deine kreative Arbeit oder dein Produkt muss ein volles Paket sein, damit es am ansprechendsten für deine Kunden wirkt. Um deine Arbeit zu einem attraktiven Paket zusammen zu schnüren, musst du etwas zusätzlich anbieten, was über deine eigentliche Arbeit hinausgeht. In meiner Erfahrung hat die Nachfrage nach Service in den letzten Jahren stark zugenommen. Deshalb hier ein Beispiel zum Thema Fotografie: Ich verkaufe Fotos über Stock-Plattformen. Es beinhaltet einen Prozess, in dem die administrative Arbeit, wie Bilder richtig benennen, taggen und hochladen, länger dauert als die kreative Arbeit, wie Bilder machen und bearbeiten. Ich bin vollzeitbeschäftigt in der Marketingabteilung eines Unternehmens und kaufe fast täglich Stock-Fotos. Ich bin Käufer und Verkäufer zugleich.
Aus Käufersicht ist die administrative Arbeit genau so wichtig, wie die Qualität des Fotos selbst. Es gibt Fotografen auf Stock-Seiten, die eine Wahnsinns-Qualität abliefern, aber deren Bildertitel und Tags zu nichts zu gebrauchen sind. Ich entdecke schöne Fotos ohne weitere Informationen darüber, was ich überhaupt auf dem Foto sehe. Der Kontext fehlt. Aus Verkäufersicht ist das eine wichtige Erkenntnis für mich: Es bringt mir vielleicht zu Anfang nicht mehr Geld ein, aber wenn ich ein Foto, z.B. von einer Landschaft, hochlade will ich meinen Kunden genau mitteilen, was sie auf dem Foto sehen. Ich liefere den Kontext auf die Frage, wo man die Landschaft auf dem Foto sehen kann. Gute Qualität und eine gute Beschreibung sind ebenbürtig. Nur zusammen ist mein Foto vollständig. Ich gehe nicht nur auf Kunden zu, sondern lerne auch mehr über mich. Für mich machen diese zusätzlichen Informationen absolut Sinn. Ich will sie selber bei anderen Fotos haben, also werde ich sie bei meinen Fotos liefern.
2. Einen Standard etablieren
Sich auf das Wichtigste zu fokussieren ist nicht immer so eindeutig. Manche Nebenaufgaben, wie administratives, sind äußerst wichtig, obwohl sie nicht das sind, was dich zu dem macht, wer du bist. Wir erinnern uns: Du bist was du tust. Du bist ein Künstler, kein Verwalter. Wenn du Fotos schießen und editieren willst, weil es das ist, was dich als Künstler erfüllt, aber die Verwaltungsaufgaben, die notwendig sind, um deine Fotos zu verkaufen, weg lässt, wird es für dich sehr schwer von deiner Passion leben zu können. Du hast nur zwei Optionen: Akzeptiere, dass du nicht auf Anhieb viele Fotos verkaufen wirst oder erledige deine Verwaltungsaufgaben.
Ich mache das Tagging meiner Fotos selber aus zwei Gründen. Erstens ist es etwas, was ich von Anfang an richtig machen will, da ich die Seite des Käufers und dessen Bedürfnisse kenne. Zweitens will ich mehr darüber lernen meine Werke zu verkaufen. Wenn ich diese Verwaltungsarbeit nicht machen würde, würden Kunden, die auf diese Details vertrauen, enttäuscht werden und ich würde ihr Vertrauen verlieren. Das macht den Kunden unglücklich und mich auch. Also wird diese Verwaltung ein Teil von mir, die ich als meinen neuen Standard akzeptiere.
Fotos mit schlechten Tags und Titeln werden auch gekauft. Schlechte Qualität funktioniert auch bis zu einem gewissen Punkt, aber sollte nicht die Messlatte sein. Dieses Argument öffnet zwar die Tür für ein Quantität-über-Qualität-Argument, aber auf lange Sicht sollte Qualität und nicht Quantität das Ziel sein. Das gilt sofern du bereits Schritte auf deinem Pfad gemacht und schon eigene Standards und einen eigenen Stil entwickelt hast. Für Anfänger hingegen ist alles erlaubt und jede Referenz wertvoll, um zu lernen.
3. Schritte zurück… nur um deinen Kern zu stärken
Ich weiß schon jetzt, dass ich eines Tages hinterfrage werde, wie ich Fotos schieße, editiere, tagge und betitel. Ich werde meinen Stil neuerfinden, weil ich mich bis zu einem Punkt weiterentwickelt habe, an dem ich mich ändern und etwas neues ausprobieren möchte.
Wie so eine Weiterentwicklung vonstatten geht, kann durch aus unterschiedlich sein. Entweder bleibt man immer auf seinem Weg, um immer weiter zu kommen. Oder man versucht auch mal ein paar Abzweigungen, um Erfahrungen und Inspirationen in anderen Bereichen zu sammeln und auf seinen ursprünglichen Weg zu übertragen. Oder man bleibt auf diesem neuen Weg, weil man sich auf seinem alten Weg wie in einer Sackgasse fühlt. Oder man geht einen Schritt zurück, um nochmal aufzuarbeiten, wo man her kommt und was man alles hat liegen lassen. So komisch es klingt, aber ein Schritt zurück ist kein Rückschritt. Wie auch immer man sich entscheidet, wichtig ist, den Weg zu gehen und nicht stehen zu bleiben. Unser Leben schreitet unaufhörlich voran und ist voller Scheidewege. Wir entscheiden, welchen Weg wir gehen wollen. Egal ob der gleiche Weg oder ein neuer Weg, beide dienen deiner Entwicklung. Für den einen ist der Weg zum Ziel eine Einbahnstraße, für den anderen ein Labyrinth.
Wenn du deine Erfüllung im Malen findest, kannst du von einem nicht-digitalen Weg auf einen digitalen Weg abbiegen. Es ist ein neuer Style mit einem neuen Werkzeug, nur ein minimal anderer Weg, aber er bietet dir vielfältige Möglichkeiten. Oder von Landschaftsmalerei zu figürlicher Malerei. Es klingt nach einer kleinen Änderung, kann aber herausfordernd sein. Wie dem auch sei, du stärkst damit deinen Kern – Malen. Du nimmst deine gesammelten Erfahrungen mit und erforschst, wie weit du damit auf einem neuen Terrain kommst. Du wirst Neues dazu lernen und weitere Erfahrungen sammeln, die dich auf vielen neuen und auch auf alten Wegen weiter bringen werden. Beispiel: Wenn ein Landschaftsmaler für eine gewisse Zeit figürliche Malerei ausprobiert, wird er anfangen in Bäumen Figuren zu sehen und seine Landschaftsbilder werden viel lebendiger. Erfahrungen aus einem Bereich auf einen anderen zu übertragen hat gewaltiges Potenzial.
Ein neuer Weg, derselbe Kern
Wie weit man zurückgeht, muss gut durchdacht sein. Wenn du weiter zurückgehst und deine Erfüllung in Kunst im Allgemeinen suchst, kannst du vom Malen abbiegen in Richtung Musik. Es ist ein sehr neuer und sehr langer Weg, der noch mehr Ausdauer von dir verlangt. Sei dir deiner Absichten ganz realistisch bewusst, sonst biegst du ab und bereust es auf halber Strecke. Es muss dir bewusst sein, aber soll dich nicht entmutigen. Unterm Strich stärkst du mit deinem Schritt von der Malerei zur Musik deine Art, wie du dich ausdrückst.
Nebenbei, wenn du auf einem neuen Weg unterwegs bist, bist du wieder Anfänger. Keine Standards, keine Grenzen. Du kannst experimentieren und neue Denkansätze entwickeln. Manche Denkansätze lassen sich auf deinen alten Weg übertragen und bringen dich nochmal weiter, obwohl du dachtest du wärst dort in einer Sackgasse angekommen. Experimentieren ist immer eine gute Idee, um weiterzukommen.
Ich experimentiere. Ich versuche Neues. Ich gehe keinen Schritt zurück, ich nehme Anlauf.
Ich senke niemals meinen Standard.
1. Erfahrungen sind eine wertvolle Währung
Wir verdienen mit unserer Arbeit Geld. Geld gibt uns Stabilität, denn es ist ein universeller „Arbeitsspeicher“. Der beste Beweis dafür, sind Zeiten in denen man nicht arbeitet. Bereits geleistete Arbeit in Form von Geld bringt uns in dieser Zeit über die Runden. Man bezahlt seinen Einkauf im Supermarkt ja auch nicht mit einer spontanen Portrait-Zeichnung vom Kassierer. Man wird von jemandem bezahlt, der ein Portrait in Auftrag gegeben hat und man kann dadurch seine Einkäufe bezahlen. Mit Erfahrung verhält es sich ähnlich. Je mehr du arbeitest, desto mehr Erfahrung sammelt sich in dir an, macht dich zum Experten und verleiht dir Kompetenz. Du kannst dir nichts direkt davon kaufen, aber verglichen mit einem Anfänger kommst du mit ausgeprägter Kompetenz schneller und gleichzeitig an mehr Geld. Der große Vorteil von Erfahrungen und weshalb man sich im Leben unbedingt auf Erfahrungen, konzentrieren sollte, anstatt auf Geld, ist, dass Erfahrungen eine endlose Quelle sind. Einmal eine Erfahrung gemacht, kannst du dein Leben lang davon zehren. Niemand kann dir deine Erfahrungen nehmen. Du kannst dir viel Wissen anlesen, aber das sind mehr oder weniger nur Inspirationen. Du bist, was du tust. Eigene praktische Erfahrungen machen dich zu dem, der du bist, und als Künstler sowie als Menschen unbezahlbar wertvoll.
Du verdienst nicht nur Geld, um dich am Leben zu halten, sondern auch Erfahrungen, die das Leben erst lebenswert machen. Wenn es dir in deinem aktuellen Job an einer guten Bezahlung oder an passenden Weiterbildungsmöglichkeiten fehlt, dann fehlt dir etwas substanzielles im Leben. Wenn du nichts lernst, verschwendest du deine Lebenszeit.. Erfahrungen sind eine valide Währung. Lehne also keine Jobs ab, nur weil dir die nötige Erfahrung fehlt. Nimm die Herausforderung an und wachse rein. Es wird hart, kostet viel mehr Zeit als dir lieb ist und bringt dir verhältnismäßig wenig Geld ein. Dafür wirst du eine Menge lernen, besser und schneller werden und irgendwann ein Level der Kompetenz erreichen, das für dich arbeitet.
Außerdem kannst du auch deine Zeit neben dem Beruf nutzen, um zu lernen. Mit einem wachsenden Know-how, und dieses in der Praxis angewendet, wirst du im Beruf mit Gehaltserhöhungen belohnt werden. Es verhält sich äquivalent: Je mehr Erfahrungen man hat, desto wertvoller wird man. Mehr Erfahrung führt zu mehr Geld. Wenn man also das Gefühl hat man würde zu wenig verdienen, dann kann man selber etwas dagegen tun, indem man etwas an sich selber ändert und sich weiterentwickelt.
In Prinzip #6 geht es darum nicht umsonst zu arbeiten. Damit ist in erster Linie Geld gemeint, aber auch wenn es um Erfahrungen geht kann man umsonst arbeiten. Wenn du 10 Jahre im gleichen Beruf arbeitest, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du dich nicht mehr weiterentwickelst. Im Alltagstrott gefangen, sitzt du nur noch deine Zeit ab, um Geld zu verdienen. Wenn du dich mit und durch deine Arbeit nicht weiterentwickelst, hast du dir nur etwas Zeit bzw. Stabilität durch Geld erarbeitet. Was bringt es dir, wenn du dir mehr Zeit (durch Geld) erarbeitest und diese nur dazu nutzt dir noch mehr Zeit zu erarbeiten? Zeit ist Geld, aber Geld macht dich nicht unsterblich. Wann fängst du an, die Zeit, die du dir erarbeitet hast, für dich zu nutzen? Wenn du heute Zeit hast, solltest du sie heute nutzen! Entwickel dich weiter. Mache nicht dein Portmonee voll, sondern dich mit Erfahrungen.
2. Nutze Geld, um dir Zeit zu kaufen
Mein Ziel ist es nicht mehr Geld zu verdienen. Mein Ziel ist es mehr Zeit für mich zu erarbeiten, aber nicht aus dem Selbstzweck heraus mehr Zeit zu haben. Ich werde dadurch nicht unsterblich. Mein Ziel ist es mich weiterzuentwickeln und zur besten Version meiner selbst zu werden. Dafür brauche ich Zeit und Geld als Werkzeug dafür. Geld ermöglicht es mir auf vielen Wegen Zeit zu sparen. Ich kann mir besseres Equipment kaufen, was mir effizienteres Arbeiten ermöglicht. Ich kann mir professionelle Kurse und Schulungen kaufen, die mir gezielter meine Fragen beantworten als autodidaktisches Lernen. Ich kann jemanden dafür bezahlen, dass er mir Arbeit abnimmt. Ich kann mir eine Auszeit nehmen, um mich konzentriert meiner Entwicklung zu widmen.
Die Zeit, dir mir bleibt, will ich nutzen und Geld hat einen Nutzen.
Dieser Satz fasst es schön zusammen. Geld ist etwas, was man benutzt. Es ist ein Ding, ein Werkzeug. Zeit ist etwas, was ich mit Nutzen füllen möchte. Ich möchte meine Zeit sinnvoll nutzen. Ich habe die Zügel selber in der Hand, um mein Leben mit Sinn zu füllen. Geld hilft mir dabei mein Leben sinnvoll auszufüllen. Damit ist nicht gemeint, dass Geld der Sinn des Lebens ist. Geld ist gespeicherte Arbeit und Arbeit ist ein Teil von mir und meiner Entwicklung. Ich fülle mein Leben mit Sinn, indem ich dazu lerne, mich weiter entwickle und mit den Früchten aus dieser Entwicklung (Erfahrungen und Geld) kann ich mich noch mehr entwickeln.
3. Investiere Zeit in dich!
Wenn du an deine Rente denkst, stellst du dir dich bestimmt mit einem Cocktail in der Hand an einem Strand vor. Die ultimative Belohnung für ein Leben voller Arbeit ist ein Urlaub bis zum Lebensende. Und wie sieht es dann in der Realität aus? Nach dem ersten Tag am Strand hast du Sonnenbrand und einen Kater. Du liegst nur rum, verlierst deine motorischen und bald auch deine geistigen Fähigkeiten. Ein regungsloser Fleischklops – ist das deine Vorstellung von Glück in der Rente? Viele Rentner suchen sich heutzutage Arbeit, um noch etwas zu tun, sich selbst nicht zu verlieren, ihre Erfahrungen zu teilen und auch um sich noch etwas hinzuzuverdienen.
Eine Aufgabe zu haben und Verantwortung zu tragen erfüllt unser Leben mit Sinn. Wenn du also Zeit übrig hast, such dir etwas, was dich wirklich erfüllt. Zum fünften Mal deine Lieblingsserie schauen oder den zehnten Cocktail trinken macht halt irgendwann nicht mehr glücklich. Auch auf einem Haufen Geld zu sitzen, das man nicht ausgeben will, macht nicht glücklich. Etwas neues zu unternehmen, etwas neues zu lernen und neue Erfahrungen zu machen oder neue Menschen kennenzulernen ist viel spannender als das Bekannte.
Ich konzentriere mich nicht darauf mehr Geld zu verdienen. Ich fokussiere mich darauf mehr Zeit zu haben, um mich weiterzuentwickeln und ich nutze Geld als ein Werkzeug dafür.
Zum Thema Zeit und Weiterentwicklung kommt hier eine kleine Geschichte (der Autor ist mir unbekannt, Hinweise bitte an mich): Der Kaiser von China hörte von einem großen Maler. Er ließ ihn kommen und befahl ihm, einen Hahn zu zeichnen, denn der Kaiser liebte Hähne über alles. Der Künstler ließ über ein Jahr nichts von sich hören. Da schickte der Kaiser nach ihm, seine Gesandten aber wurden vertröstet. Es ginge noch einige Zeit, ließ der Künstler ausrichten. So geschah es auch im zweiten Jahr. Nach drei Jahren aber verlor der Kaiser die Geduld und erschien mit seinem Tross vor dem Haus des Künstlers. Der Maler führte ihn sogleich hinein, nahm vor den Augen des Kaisers ein großes Blatt und zeichnete mit wenigen kühnen Strichen einen prachtvollen Hahn. Der Kaiser war begeistert, doch zugleich entrüstete er sich. „Warum lässt du mich drei Jahre warten, wo du doch in wenigen Augenblicken einen Hahn auf das Papier wirfst?“, fragte er zornig. Ohne ein Wort führte ihn der Maler in einen großen Raum, der voll hing mit Skizzen von Flügeln, Schnäbeln und Köpfen von Hähnen. In einem zweiten Raum fanden sich Hunderte von Skizzen mit Hähnen, und in einem dritten Raum waren die Wände voll von Zeichnungen mit Hähnen, die auf dem Mist kratzten, mit Nebenbuhlern kämpften, Körner pickten oder den Morgen mit ihrem Krähen ankündigten. Hähne in jeder Bewegung und in jeder Position. „Siehst du“, sagte der Maler, „die Zeichnung, die dir so mühelos hingeworfen schien, hat mich drei Jahre harte Arbeit gekostet. Wie hätte ich sonst in wenigen Augenblicken einen Hahn zeichnen können?“
Was dein Kunde im Austausch für sein Geld erhält, hat einen Wert.
Ich denke, dieses Prinzip ist leicht nach zu empfinden, aber dennoch komplex zu erklären. Geld ist immer ein Thema. Hast du jemals von einem Kunden gehört, der mit etwas prahlt, was er bei dir gekauft hat? Und zwar in dem Sinne, wie doof du doch bist, dass du nicht mehr dafür verlangt hast? Ich habe noch nie von einer solchen Geschichte in der Kreativbranche gehört. Meistens ist es genau umgekehrt und es geht immer darum, deinen Wert zu verteidigen. Es beginnt mit der Wertinterpretation von Geld, bei der das Geld mehr wert ist als das, was du produzierst, um schnell dazu überzugehen die Qualität deiner Arbeit zu diffamieren und endet in deiner vollständigen Austauschbarkeit als Künstler.
1. Gedanken zum Thema Geld – aus der Sicht eines Künstlers
Es ist schade, wenn man die Beziehung zwischen Preis (Geld) und Wert eines Produktes bzw. Dienstleistung betrachtet. Der Preis steht leider immer im Mittelpunkt der Wahrnehmung, nicht der Wert des Produkts. Dies ist auch der Grund, warum die meisten Kunden der Meinung sind, dass sie eine stärkere Position für Verhandlungen haben. Frei nach dem Motto: Geld in seiner Gesamtheit ist mehr wert als Produkte oder Dienstleistungen in ihrer Gesamtheit. Diese Wahrnehmung könnte seinen Ursprung darin haben, dass Geld ein universell austauschbares Gut ist. Man kann dadurch Brötchen mit Autos in einen direkten Vergleich setzen. Diese Wahrnehmung von Geld erreicht ihren Höhepunkt in der Überzeugung, dass etwas, das billig ist, ein besseres Geschäft ist, weil man das Produkt erhält und trotzdem noch viel Geld übrig hat. Je mehr Geld man übrig hat, desto mehr kann man sich kaufen, desto wertvoller ist der billige Deal. Viele Menschen denken so und wenn du diese als Kunden hast, kann das dein Leben richtig anstrengend machen. Warum ist es so verdreht und kompliziert? Der Wert eines Produktes ist immer subjektiv. Ganz besonders, wenn es sich um ein künstlerisches Produkt handelt. Es ist kompliziert, eine Nummer auf deine Arbeit zu setzen, da du nur deine Perspektive auf den Wert hast, nicht aber die Perspektive deines Kunden. Der erste Gedanke, um den Wert deiner Arbeit zu bestimmen, kommt bestimmt aus einem Angestelltenverhältnis, wo du deine Arbeitszeit gegen Geld aufwiegst. Diese Bewertung deiner Arbeit bezieht deinen Kunden gar nicht mit ein. Man sollte immer dem Projekt an sich einen Preis setzen, denn für deinen Kunden kann deine Arbeit enorm viel Wert sein. Für einen Kunden kann der Preis, den du verlangst, zu hoch, für einen anderen Kunden sehr niedrig sein. Aus diesem Grund können die Preisverhandlungen für dasselbe Produkt je nach Kunde dramatisch auf die eine oder auf die andere Seite kippen.
„Menschen heutzutage kennen von allem den Preis und von nichts den Wert.“ – Oscar Wilde
Gedanken zum Thema Wert
Die richtige Sichtweise auf den Wert: Wenn es um ein Produkt geht, das ein Kunde haben möchte, wie z.B. Lebensmittel, ist das Produkt nachgefragt und sollte daher im Zentrum der Wahrnehmung stehen. Dies bedeutet, dass das Produkt in seiner Gesamtheit einen höheren Wert hat als das Geld in seiner Gesamtheit, welches dein Kunde besitzt. Einfach gefragt: Was ist mehr wert? Etwas zu essen zu haben oder eine Million Euro? Lass dich nicht täuschen. Wenn die Umstände ungünstig sind, kann eine Million Euro keinen Wert haben und du kannst dir weder etwas davon kaufen, noch kannst du dein Geld essen. Die Antwort lautet also: etwas zu essen zu haben. In diesem Zusammenhang hat mein Opa mir beigebracht, dass „haben immer besser ist als kaufen“. Wenn ein Kunde dich auswählt, dann tut er das, weil du etwas hast, was er kaufen möchte. Du besitzt den Wert, den dein Kunde haben möchte, und dein Kunde die Million. Du bist wertvoll! Du hast die stärkere Position für die Verhandlung. Dein Kunde muss zuerst einmal für sich selbst festlegen, wie wertvoll deine Arbeit für ihn ist und hoffen, dass du bereit bist, ihm für seinen Preis deinen Wert zu überlassen. Hier kannst du in Preisverhandlungen konstruktiv auf deinen Kunden zugehen und ihm dabei helfen den Wert deiner Arbeit zu verstehen.
2. Alles, was du tust, hat ein Gegengewicht. Du bist wertvoll.
Also, kurz zum Mitschreiben. Wenn dein Kunde dich auswählt, dann sieht er einen Wert in dir. Es ist doch nur natürlich, dass du von ihm etwas verlangen kannst, das für dich den gleichen Wert hat, wie deine Arbeit für ihn. Ein Gegengewicht. Das gilt auch für Anfänger und Unsichere.
Kommt ein Kunde aus freien Stücken zu dir, sieht er einen Wert in dir. Also ist „kostenlos arbeiten“ für dich vom Tisch!
Der Wert eines Produktes ist subjektiv. Mit einem Kunden zu verhandeln bedeutet, Vorstellungen über diesen Wert auszutauschen. Dein Kunde ist es gewohnt, dass viele kreative Werke und Ideen kostenlos zu ihm kommen, weil wir in einem Informationszeitalter leben. Fotos, Illustrationen, Musik, Filme sind kostenlos zugänglich. Ihre Verwendung zwar nicht, aber das ist nicht im Kopf deines Kunden. Er kennt Austauschbarkeit und einfachen, billigen Zugang und das gibt ihm eine starke Hand für seine Preisverhandlungen. Den Wert auf Seiten des Geldes schätzt er deshalb sehr gering ein – es soll billig sein –, den Mehrwert für sein Unternehmen aber enorm hoch. Letzteres ist der Knackpunkt für dein Gegengewicht und das beste Argument in deiner Preisverhandlung. Sag deinem Kunden, was deine Arbeit für einen Wert für ihn hat und wie es seinem Unternehmen nützt. Wenn du gut mit Zahlen bist, rechne ihm den möglichen Mehrwert, z.B. durch gesteigerte Verkäufe eines Produktes dank eines neuen Designs, vor. Versetze dich in ihn hinein und übernimm seine Arbeit.
Es klingt komisch, aber ganz allgemein können Verhandlungen für dich einfacher sein, als du denkst. Du musst nur über dich selbst und deine Arbeit reden, die, wenn du die anderen Prinzipien befolgst, deine Komfortzone ist. Es sollte eine Leichtigkeit für dich sein, starke Argumente für dich und deine Arbeit zu sammeln. Mit wachsender Erfahrung kann auch eine harte Verhandlung für dich angenehm sein. Ich arbeite hart, gewissenhaft, genau, vielschichtig, fast rund um die Uhr, ich gehe über meine Grenzen und habe jahrelange Erfahrung gesammelt. Wenn ein Kunde mich auswählt, dann nur, weil er in mir etwas wertvolles sieht und weil ich der Einzige bin, der ihm genau das liefern kann, was er braucht. Und indem ich ihm das beweise, wachse ich immer weiter.
Ich bin wertvoll. Meine Arbeit ist wertvoll. Deshalb arbeite ich nicht umsonst.
3. Argumente in Verhandlungen und die “Kostenlos”-Falle
Verhandlungen über Kunstwerke und die Vorstellungen über den Wert eines Werkes sind extrem. Im Folgenden sind einige Erfahrungen und meine persönliche Einstellung zusammengefasst:
Schaffe glasklare Erwartungen und vermeide Überraschungen
Du und dein Kunde müsst euch einig sein, bevor du mit deiner Arbeit beginnst. Kommuniziere deine Konditionen glasklar. Das schützt euch beide vor Nachverhandlungen und schlechter Stimmung. Denke voraus und versuche auch negative Überraschungen zu vermeiden. Halte alles schriftlich fest. Du solltest deinem Kunden bewusst machen, dass kreative Arbeit immer einen gewissen Interpretationsspielraum besitzt und deshalb nicht bis ins kleinste Detail vorhersehbar ist. Je nachdem, wie frei du arbeiten darfst, sollte diese Möglichkeit von Anfang an offen angesprochen werden. Als Beispiel: Ein Kunde hat viele von dir gemalte Portraits gesehen und möchte ebenfalls eines. Du legst los und das Endergebnis „sieht gar nicht so aus“, wie dein Kunde es sich vorgestellt hat. Er möchte das Portrait deshalb nicht bezahlen. Eine schwierige Situation. Mit ein paar gut gewählten Worten im Vorfeld lassen sich die Erwartungen des Kunden oft so steuern, dass eine solche Situation gar nicht erst entsteht. Vielleicht ist sogar eine Vorauszahlung sinnvoll. Nachverhandlungen zu deinen Ungunsten bringen deinen gesamten, bereits ausgeführten Plan durcheinander. Du musst deshalb nicht vorschnell von deinen Forderungen abrücken. Schließlich bist du derjenige, der die Arbeitslast trägt, plant und die Arbeit ausführt, um ein Ergebnis zu schaffen, das mit einem angemessenen Gegengewicht vergütet werden sollte. Das bedeutet jedoch nicht, dass Nachverhandlungen grundsätzlich schlecht sind. Wenn die ursprünglichen Konditionen für eine der beiden Seiten nicht mehr stimmig sind, kann eine Nachverhandlung sinnvoll sein – manchmal sogar für beide Seiten. Entscheidend ist, dass ihr euch wieder auf Augenhöhe begegnet und gemeinsam ein neues Gleichgewicht findet.
Bleibe standhaft
Wenn der Preis für deinen Kunden im Mittelpunkt der Wahrnehmung steht, ignoriert er den Nutzen, welchen er aus der Zusammenarbeit mit dir hat, völlig. Da du deine Preise gewissenhaft wählst, aber auch deinen Kunden zufrieden stellen willst, kann eine von deinem Kunden initiierte Neuverhandlung über einen niedrigeren Preis deine Professionalität untergraben. Es ist eine schwierige Situation. Nachgeben macht dich billig, deckt deine Ausgaben nicht und nach dem ersten Mal wird der Kunde immer wieder versuchen, dich klein zu handeln. Wenn du deinen Preis senkst, um einen Kunden zu halten, kann dies eure Beziehung langfristig schaden, und du trägst die Kosten. Standhaft zu bleiben bedeutet, dass du als anmaßend oder gierig wahrgenommen wirst. Ironischerweise fühlen sich Kunden mit ihrem Fokus allein auf den Preis kein bisschen gierig, wenn sie einen niedrigeren Preis fordern oder sogar ein “kostenlos”-Argument gegen dich vorbringen. Standhaft zu bleiben und deinem Kunden auf Augenhöhe zu begegnen kann eurer Beziehung schaden, aber zumindest bekommst du dein wohlverdientes Gegengewicht. Übrigens sind toxische Beziehungen sowieso schwer zu heilen. Lass nicht zu, dass dir jemand deine Energie raubt. Ja, ich weiß, es ist einfacher gesagt als getan, wenn man das Geld braucht. Wenn du weniger als vereinbart verlangst, ohne Grund Rabatte gewährst oder nach Abschluss deiner Arbeit neu verhandelst, wirst du nicht weiter kommen geschweige denn deinen Kunden noch glücklicher machen. Jetzt mal ehrlich.
Gier
Gier wird immer darauf bezogen, wie viel Geld gezahlt werden muss. Geld ist im Mittelpunkt der Wahrnehmung. Kleinerer Preis heißt weniger gierig. Das ist falsch. Es geht in beide Richtungen. Zu wenig Geld für ein außergewöhnliches Produkt zu zahlen ist ebenfalls gierig bzw. bezeichnet man es dann als Geiz. Ein schönes Paradebeispiel, dass die Wahrnehmung unserer Gesellschaft auf dem Geld liegt, sind die beiden Worte Gier und Geiz. Will man viel Arbeit (Dienstleistung oder Produkt) für wenig „gespeicherte Arbeit“ (Geld) sagt man Geiz. Will man viel „gespeicherte Arbeit“ (Geld) für wenig Arbeit (Dienstleistung oder Produkt) sagt man Gier. Da es sich beide Male um Formen von Arbeit handelt und beide Formen einen Wert haben, wundert es mich die unterschiedliche Begrifflichkeit. Ich bleibe der Einfachheit halber beim Begriff Gier. Nur um das klarzustellen: Im Folgenden verwende ich ihn für Situationen, in denen aufgrund einer zu hohen oder zu niedrigen Preisvorstellung gar kein Handel zustande kommt. Wenn ein Handel zustande kommt, sind beide Parteien mit dem Preis im besten Fall einverstanden. Wenn ein Handel kurz vor dem Abbruch steht, wird das Wort Gier gerne als Beleidigung ausgepackt, um zu signalisieren, dass einer von beiden seine Grenze erreicht hat. Wenn man sich mit einem Kunden nicht auf einen Preis einigen kann, ist das nicht schlimm und heißt nicht automatisch, dass man selber gierig ist. In der Regel gibt es immer einen Kunden, der bereit ist deinen Preis zu bezahlen. Nur eben nicht der Erstbeste. Kleine Warnung jedoch: Wenn sich die Zahl der Kunden häuft, die nicht mit dir Handeln wollen, kann es am Preis liegen. Dann lohnt es sich, die eigene Preisvorstellung kritisch zu hinterfragen.
Das Austausch-Argument
Wenn dein Kunde dich damit konfrontiert, dass er sich einen neuen Künstler sucht, nur um deinen Preis weiter zu drücken, bedenke, dass auch du diese Macht hast. Tausche deinen Kunden mit jemanden, der deine Arbeit schätzt und einen entsprechenden Preis zahlt. Außerdem hast du immer noch die Chance, auch einen schwierigen Kunden daran zu erinnern, warum er in erster Linie dich ausgewählt hat. Erinnere ihn an den Mehrwert, den nur du für ihn bewirken kannst.
Exposure
Eins der am häufigsten genutzten Argumente von den “größeren Jungs” ist Exposure – sie wollen deine Arbeit für ihre Zwecke nutzen und versprechen dir, dass du durch ihre große Reichweite, z.B. in den Sozialen Medien profiterst. Wenn dir das jemand anbietet, lehne es ab. Wenn eine multinationale Marke, wie Coca Cola, mich fragt, ob sie meine Arbeit für deren Werbetafeln im Austausch für Exposure nutzen dürfen, dann werde ich verlangen, dass mein Name, meine Homepage und Social Media Adressen mindestens die Hälfte der kompletten Werbetafel, gut lesbar, einnehmen. Ich mache Exposure nur, wenn es ausschließlich Werbung für mich ist. Für mich allein. Zu denken, dass dir wegen eines bekannten Unternehmens potenzielle Kunden die Bude einrennen, ist leider falsch. Nichts für dich, hohe Profite für das Unternehmen. So wird es laufen. Denke an den Wert. Wenn das Unternehmen auf dich zukommt, dann sieht es einen großen Mehrwert in deiner Arbeit. Ergo, je größer und bekannter das Unternehmen, desto höher muss dein Preis sein.
Etwas anderes als Geld
Es kann dir auch passieren, dass du im Austausch für deine Arbeit etwas anderes angeboten bekommst als Geld. Zum Beispiel ein Produkt deines Kunden. Bedenke hierbei auch den Wert des Produktes. Aus deiner Perspektive: Was kostet dich deine arbeit vs. was bietet dir das Produkt für einen Mehrwert? Aus der Perspektive deines Kunden: Was kostet deinen Kunden das Produkt vs. was bietet deine Arbeit für einen Mehrwert für deinen Kunden. Es kann durchaus sein, dass ein super Geschäft für beide daraus wird oder dass es ein weiterer Versuch ist einen „kostenlos“-Deal von dir zu ergattern. Überleg es dir genau.
Mehr, mehr, mehr
Wenn sich die Verhandlungen nicht um die Qualität drehen, kann man auch mal die Quantität ansprechen. Je mehr Arbeit du für einen Kunden annimmst, desto sensibilisierter wirst du für deinen Kunden, desto routinierter und schneller wirst du. Ein Mengenrabatt könnte tatsächlich Sinn machen. Dein Kunde bekommt einen günstigeren Preis pro Stück und du bekommst mehr Arbeit und in Folge mehr Geld. Wenn du es richtig anstellst, kann eine gute, langfristige Beziehung daraus werden.
Extrovertiert
Bei dem Gedanken an den subjektiven Wert deiner Arbeit lohnt es sich das Prinzip “Lebe extrovertiert” mit einzubeziehen. Es gibt Menschen da draußen, denen deine Arbeit mehr wert ist als dir selbst. Also behalte deine Arbeiten nicht unter Verschluss, sondern zeige sie der Welt und gib sie an jemanden weiter, der sie ehrt. Arbeite nicht nur für dich selbst – du zahlst dir keinen Lohn.
Wettbewerbe
Unternehmen kommen manchmal mit Kreativ-Wettbewerben um die Ecke und locken mit einem großen Preisgeld für das beste Design. Es ist die beste Möglichkeit für ein Unternehmen, einen Haufen unbezahlte professionelle Arbeitskräfte für ein Brainstorming zusammenzutrommeln, um letztendlich nur einen Einzigen vernünftig zu vergüten. Es macht keinen Sinn Arbeitszeit für Wettbewerbe zu vergeuden, es sei denn, man hat bereits Arbeiten, die zufällig genau auf das ausgeschriebene Thema passen. Der Wert eines eingereichten Werkes für den Wettbewerb wird durch eine Jury ganz subjektiv entschieden. Man kann also gar nicht im Vorhinein wissen worauf es das Unternehmen abgesehen hat. Geringe Chancen, hohes Risiko und eine ungewisse Vergütung sind deine Arbeit nicht wert. Vermeide Überraschungen.
Keine Ausnahmen für Freunde und Familie?
„Arbeite nicht umsonst“ gilt auch für die, die dir am nächsten stehen. Es ist ein unangenehmes Statement, vor allem auch für Anfänger, da Freunde und Familie meist die ersten Kunden sind. Warum überhaupt? Auf der einen Seite denken deine Freunde, sie könnten sich bei dir etwas zum Freundschaftspreis abholen. Den Begriff “Freundschaftspreis” dürfte jeder schon einmal gehört haben. Wenn dich deine Freunde für sich arbeiten lassen ohne eine entsprechende Gegenleistung, in welcher Art und Weise unterstützen sie dich dann überhaupt? Sie halten dich eher davon ab für einen zahlenden Kunden zu arbeiten. Es kostet dich doppelt: Zeit und Einkommen. Echte Unterstützung bedeutet, dass sie mindestens deinen Preis zahlen oder sogar noch was oben drauf legen.
Tauschen wir doch mal die Perspektiven: Dein Freund fragt nicht dich nach Arbeit, sondern du ihn nach Geld. Da du unentgeltlich oder zum Freundschaftspreis arbeiten sollst, ist dies vergleichbar damit nach Geld zu fragen in der festen Absicht es nicht oder nur in Teilen zurückzuzahlen. Und das auch noch ganz selbstverständlich und ohne groß drüber zu reden, weil man das unter Freunden so macht. Jetzt mal ernsthaft: Beim Thema Geld („gespeicherte Arbeit“) ist es doch absolut selbstverständlich, dass man seine Schulden zurückzahlt. Wie ist es also mit geleisteter Arbeit? Hier sollte es eigentlich auch absolut selbstverständlich sein, dass man etwas zurückzahlt. Du kennst deine Beziehungen am besten. Wenn du gesunde Beziehungen pflegst, die auf Gegenseitigkeit beruhen, dann dürfte kostenlose sowie bezahlte Arbeit kein Problem sein. Diese Thematik anzusprechen ist auf jeden Fall sinnvoll.
Riskiere nicht deine Freunde und Familie
Beim Thema Geld zwischen Freunden und Familie liegt schnell hohes Konfliktpotenzial. Geld oder auch Dinge zu verleihen oder zu verschenken ist schnell gemacht, weil das Vertrauen untereinander hoch ist. Aber wenn es dazu kommt, dass Schulden nicht beglichen oder Geliehenes nicht zurückgegeben wird, verschlechtert sich die Stimmung. Auch bei Geschenken verschlechtert sich die Stimmung, wenn die Wertigkeit der Geschenke eine starke Disbalance haben. Falls es also mal um große Geldmengen gehen sollte, wie ein Darlehen von einem Freund, um dein Business zu starten, dann ist hohe Vorsicht geboten. Es gibt eigentlich nur einen richtigen Weg, den du gehen kannst. Rechtlich korrekt. Ohne Ausnahme. Definiere glasklare Erwartungen und versuche alles in deiner Macht stehende zu tun, um deine Schulden zu begleichen und böse Überraschungen vorzubeugen. Mit einem rechtlich bindenden Vertrag könnt ihr beide euch absichern. In dem Vertrag sollte definiert sein, was passiert, wenn etwas schief läuft. Ohne Vertrag verlierst du unter Umständen nicht nur Geld, wenn etwas schief läuft, sondern auch deine Freundschaft. Und ohne den rechtlichen Weg mit einem Vertrag vorweg, werdet ihr in so einem Fall den rechtlichen Weg im Nachhinein gehen müssen: vor Gericht. Bei großen Beträgen schützt man seine Beziehungen oft am besten, indem man die Rolle des Kreditgebers einer Bank überlässt. Aber, wie bereits vorher beschrieben, es kommt immer auf deine Beziehungen an und wie stark euer Zusammenhalt ist.
Mentale Gesundheit gibt es nicht umsonst
Wie gut fühlst du dich nach Tonnen von Arbeit, für die du als Gegenleistung nur ein Dankeschön kriegst und trotzdem noch offene Rechnungen hast? Je mehr unbezahlte Arbeit du machst, desto mehr belastest du dich auch mental selbst. Der Druck bis hin zum Burnout bringt dich kein bisschen weiter. Du brauchst nicht unsicher sein oder dich unwürdig fühlen, wenn du einen Preis für deine Arbeit verlangst.
Ich sammle gerne Ideen und Inspirationen auf Instagram, Pinterest usw. Es gibt so viel Kreativität in der Welt von der ich lernen möchte. Es gibt jedoch gleich drei Haken für mich. Die Menge, der Einfluss und das Problem mit Vergleichen.
1. Sammel nicht zu viel
Ich mag viele Künstler und verschiedene Stile, aber wenn es darum geht, bestimmte Kunstwerke, z.B. bei Instagram per Lesezeichen, zu speichern, versuche ich mich auf Kunst zu konzentrieren, die ich selber machen möchte. Ich suche nicht nach Kunstwerken, die andere Künstler geschaffen haben, sondern nach Elementen in Kunstwerken, die von mir hätten sein können. Es spielt keine Rolle, ob es sich um einen Stil, eine Perspektive, eine Technik o.ä. handelt. Es sollte nah genug an meinen derzeitigen Fähigkeiten sein, damit ich mit dieser Referenz einen weiteren Schritt in meiner künstlerischen Entwicklung gehen kann. Die Referenz soll als Orientierung für mich dienen.
Wenn du eine Referenz mit einem Lesezeichen speicherst, solltest du dich fragen, warum und wofür? Hast du sie nur gespeichert, weil dir gefällt, was du siehst, oder weil du damit etwas machen willst? Helfen dir deine Referenzen, wenn du in einer Sackgasse bist? Wirst du deine Referenzen täglich nutzen, um dich zu verbessern, oder sind sie nur nice-to-have? Wenn du deine Lesezeichen auf 10 beschränkst, welche Referenzen würdest du unbedingt behalten wollen? Welche sind die wirklich wichtigen? Deine Referenzsammlung kann für dich ein personalisiertes Artbook sein. Sammel und strukturiere deine Inspirationen für diverse Stile, Techniken und so weiter. Wann immer du mit deiner Kreativität zu kämpfen hast, schlag in deinem Inspirations-Artbook den passenden Abschnitt zu diesem Problem nach.
2. Werde inspiriert, nicht beeinflusst
Beim Sammeln von Inspirationen war ich häufig mit einem bestimmten Problem konfrontiert. Ich fand ein faszinierendes Kunstwerk oder einen Künstler und sah darin plötzlich ein Ziel für meine Entwicklung. Was dieser Künstler gemacht hat, das wollte ich auch machen können, obwohl es nichts mit dem zu tun hatte, was ich bisher gemacht hatte. Ich war beeindruckt und bin jemandem nachgerannt, der nicht „ich“ war, und scheiterte daran, jemand anderes sein zu wollen. Ich konzentrierte mich auf jemand anderen anstatt auf mich selbst. Ich habe versucht zu kopieren, anstatt mein eigenes Ding zu entwickeln. Da wurde mir klar, dass ich nicht inspiriert, sondern beeinflusst wurde.
Durch Kopieren kann man zwar viel lernen, aber es geht nicht um die Kopie selbst, sondern um das Wissen, das man sich während des Kopierens aneignet. Man denkt darüber nach, was, wie und warum ein Künstler etwas gemacht hat. Dafür muss man tief in ein Kunstwerk eintauchen, um die Intention des Künstlers zu verstehen. Man muss sich öffnen und ist damit gleichzeitig anfälliger für eine stärkere Beeinflussung, als einem eigentlich lieb ist. Lass dich nicht von jedem noch so kleinen Detail beeinflussen. Du bist ein Individuum, genau wie der Künstler, der dich inspiriert. Einfach nur Copy & Paste zu betreiben schadet euch beiden. Wähle einen Faktor aus, der dir am besten gefällt, analysiere ihn, versuche ihn zu reproduzieren, übernimm ihn für eine Weile in deine Arbeit und ziehe dann daraus die für dich wichtigsten Erkenntnisse für deine Entwicklung. Such dir deine Einflüsse gezielt aus. Verliere dich selbst nicht aus den Augen, wenn du dir andere Künstler anschaust. Es ist nicht mehr deine Reise, wenn du auf den Pfaden von jemand anderem wandelst.
Profis
Außerdem sollte man sich nicht zu sehr mit Profis vergleichen. Klar, man kann sich natürlich das Ziel setzen, selbst Profi zu werden, aber man darf nicht vergessen, dass es ein langer Weg ist. Nur weil man sich von einem Profi inspiriert fühlt, heißt das nicht, dass man die gleiche Qualität von heute auf morgen reproduzieren kann. Wir gehen alle nur in kleinen Schritten voran und unsere Entwicklung ist ein Prozess mit vielen Hochs und Tiefs. Du wirst dein Ziel eines Tages erreichen, aber wenn du dich auf dem Weg kontinuierlich mit Profis vergleichst, wirst du jeden Erfolg im direkten Vergleich als Fehlschlag wahrnehmen und dich immer mehr entmutigt fühlen. Je größer dein Ziel ist, desto flexibler muss dein Weg dahin sein. Konzentriere dich auf die kleinen Erfolge, jeden einzelnen Schritt, der dich näher an dein Ziel bringt. Übertriebene Erwartungen an dich selbst können sehr überwältigend sein. Um mental stabil und gesund zu bleiben, sollte man sich nicht zu sehr vergleichen. Es ist natürlich, dass man sich Referenzen anschaut, die anders oder besser als die eigenen Arbeiten sind. Nur weil du eine Menge Referenzen findest, die dir subjektiv besser gefallen als deine eigenen, solltest du dich als Künstler deshalb aber nicht schlechter fühlen.
Sich inspirieren lassen? Ja. Sich vergleichen? Nein. Inspiration ist kein Wettbewerb.
Es ist wie bei einem Spiel, bei dem man „hochleveln“ muss. Du bist gerade auf Level 1 und vergleichst dich mit jemandem auf Level 100. Du wirst niemals einen Kampf (Vergleich) mit einem Spieler auf Level 100 bestehen können. Du machst es dir zum Ziel, selbst Level 100 zu erreichen und akzeptierst den langen Weg, den du dafür gehen musst. Auf deinem Weg levelst du hoch, indem du gegen ebenbürtige oder leicht stärkere Spieler kämpfst (vergleichst). Der Versuch, an einem Tag Level 100 zu erreichen, endet nur in tiefer Frustration. Und leider gibt es im echten Leben keine Cheats.
Es gibt nur zwei Dinge im Leben, die du kontrollieren kannst. Dich und das, was du tust.
Das trifft auf alles und jeden zu. Menschen versuchen dir vieles aufzuzwingen, aber sie können dich nicht verändern, wenn du es nicht zulässt. Du hast die Kontrolle.
3. Druck von anderen Perspektiven
Die Welt ist wie ein Hagelsturm voller Hagelkörner, die versuchen, zu dir durchzudringen. Wenn ein einziges Hagelkorn es schafft, deine Art zu denken zu verändern, wie verheerend wird dann erst ein ganzer Hagelsturm sein? Verändere dich nicht einfach und pass dich nicht an, nur weil andere Menschen es dir sagen. Ändere dich nur, wenn es für dich Sinn macht. Das ist besonders wichtig, wenn es um deine mentale Gesundheit geht. Wenn du wie alle anderen denkst, bist du dann noch individuell? Hast du immer noch eine einzigartige Meinung oder bist du nur Teil einer Gruppe oder irgendeines Einheitsbreis? Ist das deine freie Entscheidung oder wirst du dazu gedrängt?
Du bist kein Boxsack, den man nach Belieben von links nach rechts schubsen kann. Dir werden dein ganzes Leben lang die verschiedensten Charaktere, Meinungen und Situationen begegnen. Menschen, die dir sagen, wer du zu sein hast, wie du dich verhalten sollst und was du tun sollst. Das kann man nicht verhindern. Das Geheimnis ist, es zu akzeptieren und gleichzeitig über dem zu stehen, was da kommen mag. Nicht gezwungenermaßen alles (inhaltlich) zu akzeptieren, sondern (formell) zu akzeptieren, dass alles passieren kann.
Für mich ist es sehr wichtig, jede Information genau zu evaluieren, damit ich keine hilfreichen Informationen ignoriere oder auf eine Art beeinflusst werde, die ich normalerweise nicht zulassen würde. Besonders heute, wo man sich seinem „Bias“ (vereinfacht übersetzt: Befangenheit, Voreingenommenheit) permanent selber bewusst sein muss. Zudem muss ich feststellen, dass Informationen und Aussagen heutzutage stark von einem Narrativ der Extremen und Superlativen durchsetzt sind, was dem Sender viele Klicks und Aufmerksamkeit einbringt, dem Empfänger aber die Wahrheitsfindung und die Beurteilung der Glaubwürdigkeit erschwert. Ich suche nach Wahrheit und Motiv. Infolgedessen schneide ich die Art und Weise, wie jemand mit mir spricht, raus und konzentriere mich nur auf das „Was“ und „Warum“. Die Form ist für mich weniger relevant als der Inhalt. Ist in der Nachricht etwas für mich drin? Ist für den Absender der Nachricht etwas drin? Betrifft mich die Nachricht überhaupt? Bringt mich die Information irgendwie weiter? Ich fokussiere mich auf konstruktive Informationen, wenn ich kritisiert werde oder selber kritisiere. Konstruktive Kritik hat einfach eine größere Wirkung, weil sie den Menschen etwas anbietet. Eine neue Perspektive, das Aufzeigen von Fehlern oder sogar Lösungswege. Es ist keine nackte Beleidigung. Ich gehe mit Informationen um wie mit Inspirationen. Ich behalte, was mir hilft und mich weiterbringt, und ignoriere, was mir nichts nutzt. Diese Einstellung hält auch meine Emotionen in Zaum und lässt mich rationaler agieren.
Ändere, was du ändern kannst, und akzeptiere, was sich nicht ändern lässt. Wenn du etwas nicht ändern kannst, ändere deine Denkweise darüber.
Wo wir gerade bei Emotionen sind: Die entscheidende Frage ist, wie tief du Informationen überhaupt an dich heranlässt. Eine Beleidigung ist zunächst auch nur eine Information – allerdings eine, die in einer besonders emotionalen Form verpackt ist. Wahrscheinlich ist sie deshalb die größte Herausforderung. Sie ist ein riesiger Trigger, der versucht, dich zu kontrollieren und dich zu einer Reaktion zu zwingen. Es kommt ganz allein auf dich an, wie du damit umgehst. Wenn du auf eine Beleidigung reagierst, akzeptierst du den zugrunde liegenden Inhalt und identifizierst dich damit. Du lässt das Hagelkorn in dich eindringen, dich aus dem Gleichgewicht bringen und dir die Kontrolle entziehen. Wenn du dich nicht mit einer Beleidigung identifizierst, akzeptierst du sie nicht und kannst sie an dir vorbeiziehen lassen. Um das tun zu können, ist es unausweichlich, genau zu wissen, wer du bist, damit du nicht durcheinanderkommst, wenn dich jemand anders sieht oder nennt. Steh darüber und bleib unabhängig.
Es ist wichtig, eine Menge Input zu haben, aber man sollte auch vorsichtig damit umgehen. Ich konzentriere mich auf Konstruktivität und die Wahrheit, um nicht die Kontrolle über mich selbst zu verlieren. So bleibe ich mental unabhängig.
Neue Dinge auszuprobieren bedeutet, neue Erfahrungen zu machen und somit neue Trigger für seine Kreativität zu finden. Je mehr verschiedene Dinge man ausprobiert und dazulernt, desto mehr Perspektiven und Einflüssen kann man für seine Lösungsfindung nutzen. Erfahrungen sammeln, auf Reisen gehen, verschiedene Menschen treffen, neue Kulturen kennenlernen, verschiedene Musikgenres hören, Techniken, Sport, Essen, Sprachen ausprobieren und so vieles mehr. Alles kann uns dabei helfen aufgeschlossen und offen zu sein und zu verhindern, dass wir mit nur einer einzigen Perspektive, wie mit einem Tunnelblick, durch die Welt gehen.
1. Überall
Ich bin ein visueller Künstler. Wenn ich meine Augen öffne, dann kann alles, was ich sehe, mich inspirieren. Ich heiße optische Täuschungen im Alltag willkommen und mische meiner Realität gerne etwas Fantasie bei. Wenn ich einen Spaziergang durch die Stadt mache, dann sehe ich, wie sich Linien zu neuen Formen ergänzen. Hochhäuser, so grau und steinig sie sind, könnten Teile eines Gebirges sein und ich wandere durch eine Spalte hindurch. Ich bewundere die starke Aussagekraft einer kleinen Blume, die sich durch einen Spalt im Asphalt kämpft. Wenn ich Stöcker auf dem Boden sehe, versuche ich sie zu lesen, als seien sie ein Text oder analysiere das Arrangement, um mich für Kompositionen zu inspirieren. Es klingt verrückt und kompliziert, aber ich fasse es mal vereinfacht zusammen.
Es ist vergleichbar mit dem Blick auf ein kariertes Stück Papier. Es hat ein einfaches sich wiederholendes Raster, wie ein #. Ich sehe darin ein Netz, Parallelen, Zickzacklinien, Kreuze und Quadrate, rechte Winkel, und wenn das Raster groß genug ist und ich mit etwas Abstand drauf schaue, dann kann ich sogar runde Formen darin erkennen. Es liegt an dir, was du in deinem Raster sehen möchtest. Fokussiere dich, triff eine Entscheidung, ändere deinen Blick. Tue, was auch immer nötig ist, um deine Perspektive zu verändern, entweder aktiv oder nur im Kopf.
Die stärkste Quelle für Kreativität ist das Verlangen nach etwas Neuem. Man sollte sich nicht zu sehr darauf konzentrieren, was man sieht und was schon da ist, sondern mehr auf das, was du zusätzlich sehen könntest und was außerdem alles sein könnte. Man muss versuchen einen Weg zu finden, um seine Vorstellungskraft zu triggern. Musik ist ein gutes Beispiel, wie man die eigene Wahrnehmung verändern kann. Stell dir folgendes vor: Du bist in einer großen Stadt mit Wolkenkratzern, wartest darauf, dass die Ampel auf Grün springt und du die Straße überqueren kannst. Auf der gegenüberliegenden Seite stehen 100 Menschen, die ebenfalls darauf warten die Straße zu überqueren. Steck dir epische Herr der Ringe Musik in die Ohren und tauche in eine Fantasywelt ein, in der du dich in einem Tal umzingelt von Bergen befindest und wenn die Ampel auf Grün springt, läuft eine Horde von Orks auf dich zu. Die Erinnerung an die Filme transferiert dein Hier und Jetzt in eine ganz neue Atmosphäre.
2. Jederzeit
Gedanken und Ideen verfliegen schnell, man selber muss schneller sein. Am besten macht man sich Notizen, beginnt direkt mit der Arbeit daran und stellt diese auch zügig fertig. Wenn man das nicht macht, ist die Idee nicht wichtig genug und nur eine Laune. Man denkt zwar hin und wieder daran, aber verschiebt sie doch auf später. Wenn die Arbeit an der Idee einen erfüllt und zu dem macht, der man ist, dann müsste man umgehend daran arbeiten (siehe Prinzip #1). Stattdessen entziehen diese aufgeschobenen Ideen einem Energie und ich möchte keinen Sack voller unbearbeiteter Ideen mit mir herumtragen. Die würden mich nur ausbremsen.
Wenn man nach einer Idee sucht, kann man absolut alles in die Suche einbeziehen. Jede Situation kann Ideen bereit halten, wenn man aktiv danach sucht. Man muss sich selber daran erinnern genau und kreativ hinzusehen, zu hören und zu fühlen. Was sieht man im Wartezimmer beim Arzt, was bei einem Blick in den Kühlschrank oder einfach nur bei einem Blick nach oben? Man bemerkt es oft nicht in jedem Moment des Alltags, aber man kann jede Sekunde nutzen, um kreativ zu sein. Zusätzlich sieht man meistens das Offensichtliche nicht mehr, wenn man sich zu tief in eine Idee hineindenkt. Während eines Spaziergangs im Park zum Beispiel: Der Wind trägt zwei sich jagende Blätter über das Gras. Sie drehen sich, tanzen und interagieren miteinander. Die Art wie sich die Blätter bewegen kann einen Tanz inspirieren, eine Animation, ein Bild, ein lyrisches Stück. Aus Millionen von Dingen, können es ausgerechnet zwei Blätter sein, die einem eine lebensverändernde Idee geben. Dafür muss man – und das ist schwierig – die Blockade in einem selbst durchbrechen und das wahre Potenzial in zwei simplen Blättern erkennen.
Geplant kreativ sein ist möglich. Eine gute Möglichkeit ist es sich treiben zu lassen und zu dokumentieren. Ganz ungezwungen. Ohne Erwartungen. Das Treiben lassen in Form von Spazieren gehen, Konsumieren, durch Instagram scrollen etc. liefert das Neue und das Dokumentieren bringt das Wahrnehmen und verbindet es direkt mit dem Tun. Der fehlende Funke dazwischen kommt von ganz alleine oder, wenn der Funke nicht kommt, stellt die Dokumentation selbst am Ende des Tages das kreative Werk dar.
Day and night – different light
Man muss sich dafür entscheiden aufgeschlossen und offen zu sein und üben, die eigenen Inspirationen wahrzunehmen. Die Natur und die Außenwelt halten unglaublich viele Inspirationen bereit. Auch drinnen, in beschränkten Räumen, findet sich ein unendliches Potenzial für kreative Ideen. Aber da wir unser Zuhause in- und auswendig kennen, wagen wir es nicht es zu hinterfragen. Man muss sich nur einen Stift nehmen, ihn fallen lassen und die Gravitation macht den Rest. Der Stift wird niemals auf die exakt gleiche Weise auf dem Boden aufschlagen. Inspirierende Faktoren: Geräusche, Bewegung, Reaktion, materielle Eigenschaften, Zeit, Geschwindigkeit u.v.m. Einen Stift fallen zu lassen ist eine Schatzkiste. Der Zufall ist ein starker Verbündeter bei der Schatzsuche. Wenn man seine kreativen Säfte trainieren will, sollte man mit so etwas anfangen, offline, und erst als Allerletztes in der digitalen Welt stöbern. Kreatives, was man online findet, wurde schon einmal von jemandem durchdacht. Wenn man seine Kreativität trainieren will, muss man lernen selber zu denken. Auch Bücher, Zeitungen und andere Medien haben diesen Nachteil. Klar, Bücher konservieren viel Wissen, aber eben aus der individuellen Sichtweise des Autors. Es bei einem Buch oder einer Quelle zu belassen, bietet einem nur eine sehr einseitige Sicht auf eine Thematik. Außerdem bewegen wir uns mit Büchern im Theoretischen (Input), aber erst im Praktischen (Tun, Output) machen wir echte Erfahrungen.
3. Jedermann
Dass andere Menschen inspirierend sein können, ist offensichtlich und wurde bereits in vorherigen Prinzipien deutlich. Nicht nur Menschen in der eigenen Kunstrichtung, sondern auch in anderen Künsten, Berufen oder Branchen können inspirierend sein. Andere Berufe und Branchen sind besonders spannend, weil Kreativität dort oft nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Sie zeigt sich nicht in einem Gemälde oder einer Skulptur, sondern in Lösungsfindungen, Prozessen, Kundenansprache und vielem mehr. Hier genau hinzuschauen lohnt sich, auch wenn man vielleicht nicht auf Anhieb erkennt, was für einen selber wichtig sein könnte.
Vielleicht hast du einen Lieblingsspruch von einer berühmten Persönlichkeit. Hast du dir schon mal überlegt aus diesem Spruch ein Projekt für dich zu machen? Der Spruch hat es so weit geschafft, dass du ihn als deinen Lieblingsspruch bezeichnest, also muss er einen starken Einfluss auf dich haben und kann deine perfekte Quelle für Inspiration sein. Du kannst deine Arbeit mit Sinn füllen – ganz allgemein – oder mit sinnvollen Aussagen füllen. Du machst die Transferarbeit für deinen Lieblingsspruch und interpretierst ihn auf deine persönliche Weise.
Kunst und Design ist ein kontinuierlicher Prozess. Dich mit anderen Menschen darüber auszutauschen, kann dir den nötigen Denkanstoß geben. Wenn du zwar eine Idee hast, aber diese Idee, genau wie dich selbst, weiterentwickeln willst, kannst du dir Inspiration in Form von Feedback von jemandem geben lassen. Andere Menschen haben eine andere Sicht auf die Dinge als man selber. Menschen aus anderen Branchen, mit anderen Geschmäckern etc. können dich und dein Werk enorm bereichern. Oder sogar vor Fehlinterpretationen bewahren.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Gestaltung der Euro-Münze. Die Form von Skandinavien sah in den ersten Prägungen wie ein Penis aus. Offenbar hat das vorher niemand bemerkt, bis die Öffentlichkeit die Münzen kritisierte. Ohne sich durch die Interpretationen anderer Menschen abzusichern, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man eine ganz bestimmte Interpretationsmöglichkeit, die man lieber ausschließen möchte, übersieht. Durchaus nachvollziehbar, immerhin ist niemand allwissend. Wenn man etwas für einen Kunden erarbeitet, welcher in einer Branche tätig ist, die man selber nicht besonders gut kennt, ist die enge Rücksprache mit dem Kunden umso wichtiger.
Sich mit anderen Menschen auszutauschen birgt ein unerschöpfliches Potenzial für Kreativität. Kommunizieren und Interagieren inspiriert.